Oide Wiesn 2026: Vier Euro Eintritt in die Vergangenheit
Als einmaliges Fest zum 200. Oktoberfest-Jubiläum war sie 2010 geplant. Der Zuspruch war so groß, dass die Oide Wiesn seit 2011 wiederkehrt; für das Zentral-Landwirtschaftsfest macht sie gelegentlich Platz. 2026 zahlen Besucher ab 15 Jahren vier Euro Eintritt. Kinder bis 14 Jahre sowie Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 und gültigem Schwerbehindertenausweis kommen kostenlos hinein. Ab 21 Uhr ist der Eintritt für alle frei. Die Festzelte öffnen um 10 Uhr, schenken bis 22.30 Uhr aus und schließen um 23.30 Uhr. Wer spät kommt, hat also noch Zeit für eine Runde über das Gelände.
Im Festzelt Tradition gehören zünftige Blasmusik und Volkstanz zum Programm. Drinnen gibt es über 5.000 Sitzplätze, ausgeschenkt wird Augustiner Wiesn-Edelstoff aus dem Holzfass. Trachtenvereine zeigen auf der Bühne ihre Tänze; im großen Garten geht es weniger förmlich zu. Für Familien ist der Limogarten interessant: Kinder zahlen einen Euro und dürfen sich dort unbegrenzt Limonade zapfen. Kinderwagenparkplatz, Wickelmöglichkeit und Kindertoiletten liegen gleich daneben. Wer einen Tisch reserviert, muss hier auch keinen Mindestverzehr einplanen. So verbindet das Zelt Brauchtum mit einem Angebot, das auch für einen kürzeren Familienbesuch taugt. Die Musik ist dabei mehr als Hintergrund für die nächste Maß: Sie bildet zusammen mit den Auftritten der Vereine den Kern des Programms.
In der Schützenlisl darf das Publikum selbst singen. Traudi Siferlinger lädt täglich um 12.30, 15 und 18.30 Uhr zum gemeinsamen Singen ein. Wer den Text nicht kennt, bekommt einen Liederzettel. Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel führen das Volkssängerzelt 2026 als neue Wirte; ausgeschenkt wird Hacker-Pschorr. Das dritte große Zelt ist die Boandlkramerei. Ihr Name spielt auf den Boandlkramer an, die bayerische Figur des Todes. Hier stehen Volksmusik und jüngere bayerische Klänge auf dem Programm. Für die Maß werden auf der Oidn Wiesn je nach Zelt zwischen 14,80 und 15,80 Euro fällig. Bei der Musik lebt die Nostalgie, beim Bierpreis bleibt sie begrenzt. Auch tagsüber wechseln die Gruppen auf der Bühne.
Draußen zeigt sich, was der Eintritt beim Geldbeutel bewirkt: Eine Fahrt auf den historischen Fahrgeschäften kostet einheitlich 1,50 Euro. Der Kettenflieger Kalb wurde 1919 gebaut und trägt noch originale Dekorationsmalereien. Die Berg- und Talbahn „Fahrt ins Paradies“ stammt von 1939; ihre vier Hügel nehmen die Gäste mit bis zu 40 Stundenkilometern. Kinderkarussells, Schießbuden und ein wiederbelebter Holzpfosten-Autoscooter ergänzen das Angebot. Die Fahrgeschäfte öffnen in der Regel um 10 Uhr und laufen bis 23.30 Uhr, freitags und samstags bis Mitternacht. Am Eröffnungstag gelten andere Zeiten. Mit der U4 oder U5 bis Theresienwiese lässt sich der Besuch ohne Parkplatzsuche beginnen. Gerade die alten Konstruktionen machen einen Rundgang auch ohne Fahrkarte äußerst interessant.
Im Museumszelt erzählt die Wiesn ihre Geschichte anhand von Schaustellerstücken und Exponaten des Münchner Stadtmuseums. Die Sonderausstellung 2026 heißt „Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt“. Sie zeigt, wie Jahrmarktsfotografie zur Attraktion und zum Souvenir wurde; ein neues Kapitel widmet sich der Oktoberfest-Postkarte. Im Nachbau des historischen Velodroms drehen Besucher auf ungewöhnlichen Fahrrädern ihre Runden. Vor dem Zelt stehen alte Zugmaschinen im Bulldog-Rondell aus mehreren Jahrzehnten. Für Kinder gibt es montags, mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr Schminken, dienstags und donnerstags von 11 bis 15 Uhr Clownauftritte. Das Museumszelt ist täglich von 10 bis 23.30 Uhr geöffnet; nach dem Eintritt aufs Gelände kostet der Besuch keinen Aufpreis.
Robbin